| 1. |
Bei der UNO (deutsch: Vereinte Nationen) gibt es
eine Sonderorganisation, die für Bildung, Wissenschaft, Kommunikation,
Information und Kultur zuständig ist. Ihr englischer Name
lautet United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
(Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft
und Kultur); ihren Sitz hat sie in Paris. Die Bundesrepublik Deutschland
ist seit 1951 Mitglied der Organisation, die damalige Deutsche
Demokratische Republik trat ihr 1972 bei. Heute hat sie über
190 Mitglieder. |
|
|
|
| 2. |
1972 wurde in Stockholm die UNESCO-Konvention zum
Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt verabschiedet. Alle
zwei Jahre wird das Denkmal- und Naturverzeichnis (Welterbeliste)
geprüft und neue Kandidaten aufgenommen. Diese Aufgabe übernimmt
das World Heritage Committee der UNESCO.
Um in die Welterbeliste aufgenommen zu werden, muss mindestens
eines der sechs Kriterien erfüllt sein. Das schutzwürdige
Objekt muss
- von einzigartigem künstlerischen Wert sein.
- starken kulturellen Einfluss auf eine Region oder Epoche ausüben.
- von großem Seltenheitswert oder Alter sein.
- für eine bestimmte künstlerische Entwicklung beispielhaft
sein.
- für eine bestimmte Architekturepoche stehen.
- bedeutungsvoll im Zusammenhang mit herausragenden Ideen oder
historischen Gestalten sein.
|
|
|
|
| 3. |
Den Anstoß für die Welterbeliste gab
der Aufruf der UNESCO vom 8. März 1960. Damals wurde in Ägypten
der Assuan-Staudamm am Nil gebaut. Die UNESCO wollte die Jahrtausende
alten Denkmale der Pharaonen vor der Überflutung retten, weil
sie ein Weltkulturerbe darstellen.
Das erste deutsche Bauwerk, das Weltkulturerbe wurde, war im Jahre
1978 der Kaiserdom zu Aachen, Grabeskirche Karls des Großen
und Krönungskirche der deutschen Könige.
|
|
|
|
| 4. |
Die UNESCO-Liste des Welterbes besteht aber nicht
nur aus dem Weltkulturerbe, sondern umfasst auch Naturdenkmale.
Zurzeit stehen 812 Denkmale in 137 Ländern (Stand: Juli 2005)
auf der Liste; davon gehören 160 zum Weltnaturerbe, weitere
24 Denkmale gehören sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe
an. |
|
|
|
| 5. |
Einmal im Jahr, normalerweise Anfang Juli, trifft
sich das UNESCO World Heritage Committee, um über die Aufnahmeanträge
der Staaten für neue Denkmale zu entscheiden. Bei diesen Sitzungen
wird auch über den Zustand bereits aufgenommener Denkmale
beraten. Auf einer zweiten Liste des Welterbes nämlich sammelt
die UNESCO Kultur und Naturdenkmale, die gefährdet sind. Seit
2004 beispielsweise befinden sich 35 Denkmale auf dieser Liste.
Auch Denkmale in Deutschland gehören dazu. Das Naturdenkmal
Dresdner Elbtal etwa soll an der schönsten und breitesten
Stelle des Tales durch eine vierspurige Straßenbrücke
zerstört werden. |
|
|
|